Presse-Guide

Im Allgemeinen ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass Behinderung ein Merkmal oder eine Situation des Lebens ist, aber das ersetzt nicht das Leben selbst. Das Leben selbst erweist sich oft als stärker als jede Art von Behinderung.

Es gilt einige Regeln zu beachten während Sie mit einer Person und/oder Sportler/in mit Beeinträchtigung  kommunizieren, ein Interview führen oder eine soziale Beziehung haben:

  • Identifizieren Sie zunächst immer die Person und dann die Behinderung der betroffenen Person. Manchmal ist es gar nicht notwendig oder relevant die Behinderung zu erwähnen, demzufolge müssen Sie sich nicht dazu verpflichtet fühlen die Behinderung zu vermerken. Sollte die Beschreibung notwendig sein, erwähnen Sie lediglich die Behinderung und fahren Sie anschließend fort.
  • Interagieren Sie ganz normal und natürlich und legen Sie nicht jedes einzelne Wort auf die Goldwaage – selbiges gilt für Ihre Handlungen. Seien Sie nicht verlegen sollten Sie übliche Floskeln wie „wir sehen uns später“ (gegenüber einer Person mit einer Sehbehinderung) oder „ich würde besser mitlaufen“ (gegenüber einer Person, der/die auf den Rollstuhl angewiesen ist).
  • Vermeiden Sie die Benutzung von emotionalen Wörtern wie „Tragödie“, „Betrübt“, „Opfer“ oder „am Rollstuhl gefesselt“.  Richten Sie Ihren Fokus auf die Fähigkeiten und nicht auf die Einschränkungen, bspw. jemand „benutzt einen Rollstuhl“ anstelle „auf den Rollstuhl beschränkt“ oder „an den Rollstuhl gebunden“.
  • Vermeiden Sie Personen als „außergewöhnlich“ oder „“übermenschlich“ zu portraitieren. Beispiel: Übertreibungen von vollbrachten Leistungen von Sportlern/Sportlerinnen mit einer Beeinträchtigung suggeriert versehentlich, dass die Erwartungen an die Sportler/innen nicht sonderlich hoch sind.
  • Portraitieren Sie die Person so wie Sie im wahren Leben auch ist. Bspw.: eine Person mit einer Beeinträchtigung könnte ein/e Athlet/in sein, selbige könnte aber auch ein Elternteil, Bauingenieur, Doktor, Manager oder ein Journalist sein.
  • Die Menschen wollen keine Empfänger von Mitleid sein. Bedenken Sie, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung  nicht chronisch krank sind.
  • Fragen Sie immer eine Person mit einer Beeinträchtigung ob Sie Unterstützung benötige bevor Sie einfach eingreifen. Ihre Hilfe könnte nicht notwendig sein. Wie auch immer, es ist stets in Ordnung nachzufragen ob Hilfe benötigt wird. Sollte Ihre Hilfe in Anspruch genommen werden, befolgen Sie die Instruktionen oder fragen Sie nach.
  • Wenn Sie mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung Kontakt haben, sprechen Sie direkt mit der Person sollte ein „Dolmetscher“ oder „Begleiter“ nicht benötigt werden.
  • Vergessen Sie bitte nicht, dass eine Person mit einer Beeinträchtigung eventuell mehr Zeit und Geduld in Anspruch nimmt um aktiv und eigenständig zu interagieren. Geben Sie dieser Person mehr Zeit sollten eben jene Kommunikationshilfsmittel benutzen oder eine Lernbehinderung haben.
  • Sollten Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie nochmals bei der Person mit einer Beeinträchtigung nach.
  • Respektieren Sie die Privatsphäre der befragten Person und rufen Sie sich in Erinnerung, dass der Rollstuhl ein Teil der Privatsphäre ist.

 

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richtige Sprache

Wörter können Bilder projizieren, die ungenau sind und eine Person verletzen können. Im Folgenden finden Sie eine Liste der bevorzugten Terminologie und angemessene Formulierungen die verwendet werden können um mit Athleten oder Menschen mit einer Behinderung umgehen zu können.

 

Vermeiden: Benutzen:
Behinderter Sportler / Person
Athlet / Person mit Behinderungen
Athlet / Person mit einer Behinderung oder Paralympischer Athlet
Stellen Sie den Athleten oder die Person zuerst, anstatt sich auf seine oder ihre Behinderung zu konzentrieren
Behinderte oder Körperbehinderte Menschen mit einer körperlichen Behinderung
Normale Athleten Athleten ohne Behinderung
Der Paraplegiker/der Querschnittgelähmte Eine Person mit Paraplegie
Der Tetraplegiker Eine Person mit Tetraplegie
Der Blinde Personen mit Sehbehinderung oder Blindheit
Der Zurückgebliebene Eine Person mit geistiger Behinderung
Spastiker Eine Person mit Zerebralparese
Abnormal, subnormal, defekt, deformiert Das sind negative Begriffe, die das Versagen, persönliche Vollkommenheit zu erreichen, implizieren Geben Sie konkret die Behinderung an
Betroffen von Die meisten Menschen mit einer Behinderung sehen sich nicht als betroffen Sagen die Person hat … (die Behinderung)
Eingeschränkt auf einen Rollstuhl Ein Rollstuhl sorgt für Beweglichkeit und ist nicht einschränkend Eine Person benutzt einen Rollstuhl
Krüppel oder verkrüppelt Diese Worte vermitteln ein negatives Bild eines verdrehten hässlichen Körpers Sagen Sie mit einer körperlichen Behinderung
Krankheit (bei gleicher Behinderung) Viele Behinderungen, wie zerebrale Lähmung und Wirbelsäulenverletzungen, werden nicht durch eine Krankheit oder Erkrankung verursacht Sagen Sie er hat eine Behinderung
Stümpfe Dies hat die Assoziation, dass die Glieder der Person wie ein Baum abgeschnitten wurden Sagen Sie Amputation
Leidet unter, Leidende Menschen mit einer Behinderung leiden nicht unbedingt Sagen Sie er/sie hat….(die Behinderung)
Opfer Menschen mit Behinderung sind nicht unbedingt Opfer und ziehen es vor, nicht als solche wahrgenommen zu werden Sagen Sie er/sie hat….(die Behinderung)

Diese Informationen wurden uns freundlicherweise vom Internationalen Paralympischen Komitee und dem IWRF zur Verfügung gestellt.

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