Deutschland trifft auf Schweden, Frankreich und Finnland

Bürgermeisterin mit glücklichem Händchen

v.l.n.r.: Christoph Werner, Frank Thomas Hartleb, Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Patrick Hora © Bernd Paetz

„Das ist meine Wunschgruppe“, freute sich Nationaltrainer Christoph Werner. Soeben hatte die Koblenzer Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein bei der Gruppen-Auslosung für die Rollstuhlrugby-Europameisterschaften ein glückliches Händchen bewiesen und der deutschen Mannschaft die Gegner Schweden, Frankreich und Finnland beschert.

Allerdings hatte auch Coach Werner seine Hände im Spiel. Denn nachdem Hammes-Rosenstein bei der kleinen Zeremonie im Koblenzer Forum Confluentes vor den Augen von Weltverbands-Beobachterin Anke Opiela und der Linse einer Internet-Livekamera die letzte Kugel aus der Schale gefischt und ausgepackt hatte, durfte sich der Trainer als kleines Zugeständnis an den Gastgeber die Gruppe aussuchen, in der sein Team bei den Titelkämpfen vom 24. Juni bis 2. Juli in der Conlog-Arena von Koblenz spielen soll. „Ich habe mir die vier möglichen Konstellationen angesehen und werde die beste Variante wählen“, meinte Christoph Werner vor der Auslosung und nannte die Wunschgegner. Dass die Bürgermeisterin dann diese drei für den Pool A zog, darf man Losglück nennen. Der Trainer musste nur noch das schwarz-rot-goldene Schild an die richtige Stelle heften.

Termine und Uhrzeiten der einzelnen Gruppenspiele werden vom EM-Organisationskomitee noch festgelegt, wie Komitee-Leiter Patrick Hora mitteilte. Feststeht: Vom 27. Juni an werden drei Tage hintereinander vier Gruppenspiele ausgetragen, Deutschland soll jeweils die letzte Begegnung um 16 Uhr bzw. am ersten Spieltag um 17 Uhr bestreiten. Die Kontrahenten sind keine Laufkundschaft, Schweden ist Vize-Europameister. „Ich hatte die Wahl zwischen einer ganz schweren und einer schweren Gruppe“, so der Nationalcoach, der Titelverteidiger England und vor allem den Dänen aus dem Weg gehen wollte. Gegen die verlor Deutschland bei der EM 2015 in Finnland das Spiel um Platz drei. „Dänemark hat sich zu einem Angstgegner für uns entwickelt, zuletzt hatten wir gegen sie etwas Pech“, stellte Werner fest und versprach: „Bei der Europameisterschaft im Sommer in Koblenz werden wir in guter körperlicher Verfassung antreten.“ Immerhin habe man bis Mitte März schon sieben Trainingslager absolviert.

Allerdings, musste der Trainer zugegen, „stehen wir auch unter Druck.“ Wie groß die Erwartungen sind, machte Frank-Thomas Hartleb klar, der Sportdirektor des Deutschen Behindertensportverbandes (DSB): „Wir hoffen auf einen Schub durch das Heimpublikum und rechnen mit dem Erreichen des Halbfinales und der Qualifikation für die WM 2018 in Sydney.“ Der DBS wolle jedes Jahr eine internationale Großveranstaltung in Deutschland ausrichten, diesmal sei es die Rugby-EM, deren Budget von 550.000 Euro allerdings „erst mal eingespielt werden muss“. Damit das gelingt und möglichst viel Publikum angelockt wird, wies Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein auf die Sehenswürdigkeiten der „liebenswerten Stadt“ hin und Hallen-Geschäftsführer Volker Herb lockte: „Wenn in dieser dynamischen Sportart die Stühle aufeinander prallen, ist das gerade für Kinder etwas ganz Besonderes.“

Bei der EM-Bewerbung, „die am Anfang etwas zäh lief, aber im November in trockenen Tüchern war“, wie Karl Peter Bruch erklärte, der Präsident des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz, hatte Koblenz in München und Hamburg gewaltige Konkurrenz. „Wir haben uns dann für eine mittelgroße Stadt entschieden“, berichtete Sportdirektor Hartleb. „Dort ist die Resonanz größer, es gibt mehr Öffentlichkeit, die Metropolen sind teurer.“ Und schließlich habe Koblenz mit den Speedos der RSG ein namhaftes Rugbyteam.

Quelle: Thomas Wächtler

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